Blick von der Staumauer über den See

Tristesse am Granestausee

Da ich endlich mal wieder etwas Neues erkunden wollte, wurde die Karte zu Rate gezogen und geschaut, was sich so anbietet. Ich mag ja Rundwanderungen sehr gerne, weil ich mir sage, dass ich dann ein ganzes Erlebnis bekomme und nicht ein halbes Erlebnis doppelt.
Bei sommerlichen Temperaturen über 20 Grad Celsius ist der Harz immer eine kleine Reise wert und dort der Granestausee bei Goslar, der mir noch neu war. Er ist auch nicht schwer zu finden, man muss lediglich der B82 bis Langelsheim/Astfeld folgen und dann ist die Talsperre bis zum Parkplatz am Wasserwerk gut ausgeschildert.

Die Talsperre des Granestausees
Die Talsperre des Granestausees

Bei strahlend blauem Himmel am Morgen begann ich meine Stauseerunde im Uhrzeigersinn direkt an der Staumauer und wanderte als erstes über das 600 Meter lange Bauwerk. Von hier hat man auf der einen Seite einen tollen Blick über den See, der einer der größten Stauseen im Harz ist. Auf der anderen Seite kann man ins Harzvorland hineinblicken.
Nach der Staumauer kommt man direkt auf eine asphaltierte Straße, die in den Wald führt. Den See hat man durch die Bäume die ersten Kilometer immer irgendwie im Blick, auch wenn die Straße nicht mehr direkt an den See führt.

Nach rund fünf Kilometern wandelt sich die Asphaltstraße zu einer Schotterstraße, die ich wesentlich angenehmer zum Wandern empfand. Zu diesem Zeitpunkt hat man dann auch den südlichsten Punkt des Stausees erreicht. Und ab da machte ich mir auch das erste Mal Gedanken, ob bei der Wanderung noch ein paar kleine Highlights kommen würden, die für mich Wanderungen etwas mehr wandernswert machen. Zu entdeckende Tiere in den Bäumen oder am Wasser, auffällige Pflanzen oder urige Bäume am Wegesrand, irgendwelche lokalen Sagengestalten oder Geschichten, die mit Kunstwerken oder zumindest Tafeln dargestellt wurden.

Viel näher kommt man nicht an den Stausee
Viel näher kommt man nicht an den Stausee

Aber der Granestausee hat mich in der Hinsicht ein wenig enttäuscht, es herrschte die Eintönigkeit von Asphaltstraßen, wunderschön grünen Bäumen im Frühling und einem See, der immer zu weit entfernt ist, als dass man dort einmal schauen könnte. Abgesehen davon, dass an jeder in Frage kommenden Stelle ein Schild darauf hinweist, dass man nicht weitergehen soll, weil es Trinkwasserschutzgebiet ist.
Nach ungefähr zehn Kilometern wendet sich die Straße, jetzt wieder asphaltiert, am westlichsten Ausläufer des Sees ein letztes Mal in Richtung Staumauer. Die Umrundung näherte sich in ca. vier Kilometern bereits ihrem Ende.

Dem See ist man tatsächlich an der Staumauer am nächsten und da haben andere (Stau-)Seen einfach mehr zu bieten. So schön das Wetter auch war und die Sonne im frühsommerlich grünen Wald schien, die Tristesse einer 15,5 km-Wanderung durch eine identische Gegend war für mich leider zu mächtig, als dass ich die Wanderung wiederholen wollen würde. Außer vielleicht mit dem Fahrrad, weil man dann schneller rum ist.