Vorfrühling am Brocken

Es ist Anfang April 2016 und ich bin der Meinung, dass es mit meiner Wandersaison losgehen kann. Ja, sogar endlich losgehen muss! Viel zu lange war das Wetter eher wenig einladend und die Winterbequemlichkeit noch viel zu präsent.
Was bietet sich da also an einem, im Flachland, recht schönen Tag besser an, als eben einen Abstecher in den Harz zu machen? Der Brocken lockt mal wieder und auf den Webcams ist nicht mehr zu viel Schnee zu sehen.

Meine Tour sollte mich vom Torfhaus hinab zum Eckerstausee und von dort über den Kleinen Brocken zum Brocken und entlang der Bahnline zurück zum Torfhaus führen. Diese Tour bin ich fast ein Jahr zuvor bereits einmal gewandert, damals allerdings war der Frühling schon da und es lag kein Schnee mehr.

Der erste Abschnitt meiner Wanderung gestaltet sich recht einfach, es geht eher bergab und auf breiten Forststraßen durch den Wald. Zwei Abschnitte führen über Waldwege, aber hier muss man auch nur ein wenig auf die Steine und Wurzeln im Boden aufpassen. In den schattigen Ecken entdecke ich den ersten, bzw. den letzten Schnee.
Mein Tempo ist, wie immer, wenn ich allein wandere, recht hoch und ich erreiche schon bald die Ecker, die mit ihrem Rauschen, Gurgeln und Glucksen viel eher zu hören, als zu sehen ist. Wie im Jahr zuvor gehe ich wieder im Uhrzeigersinn weiter und halte mich auf Niedersächsischem Gebiet, bis ich nach gut 2 Stunden schon an der Staumauer ankomme.

Als es danach erst leicht, aber stetig bergauf geht, merke ich dann doch das erste Mal, dass dies meine erste Wanderung des Jahres ist. Es zwickt und zwackt mal hier, mal dort. Aber Aufgegeben wird bei so einer vergleichsweise leichten Wanderung erst Recht nicht. Mein zweites Ziel liegt immer mal wieder im Blickfeld und ich „freue“ mich schon auf den anstrengenden Hirtenstieg. Als ich eh schon schwitzend über die Fahrstraße wandere, kommt auch noch die Sonne ein wenig heraus. Die nun vermehrt auftretenden Schneeflecken blenden nun doch etwas, aber der kluge Wanderer hat dann doch eine Sonnenbrille dabei.
Mit Blick auf die Gebäude auf dem Brocken rutsche ich mehr über die meterlangen Schneefelder, als dass ich sicher drübergehe. Es liegt auf der Sonnenabgewandten Seite des Brocken doch noch einiges an Schnee, aber meist festgetreten und vereist. Man muss halt ein wenig aufpassen.

Die meisten „Besteiger“ des Brockens sind heute mit der Harzer Schmalspurbahn nach oben gekommen und viele holen sich in ihren Turnschuhen nasse Füße, wenn sie durch die Schmelzwasserpfützen am Gipfelplateau tappsen. Ein längerer Aufenthalt lohnt sich auch heute nicht, die Sicht ist sehr diesig und Sonne inzwischen Mangelware. Also nehme ich nach einer Viertelstunde den Abstieg in Angriff.

Nachdem ich die Bahngleise hinter mir gelassen habe, biege ich in den Wald in Richtung Torfhaus ein und folge dem Weg immer weiter hinunter. Durch Moor- und Torflandschaften mit ihrem kupferfarbenem Wasser gelange ich zum Torhaus-Moor. Leider ist der Bohlensteg noch gesperrt und man gelangt nicht zur Aussicht ins Moor.

Ein wenig erschöpfter, als gedacht, nach etwas über 25 km in knapp unter 5 Stunden erreiche ich schließlich wieder den Torfhausparkplatz und mache mich recht zügig wieder auf die Rückfahrt.

Bildergalerie

 

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