Rund um den Eckerstausee

Es ist ein nur leicht bewölkter Sonntagmorgen, der gerade dazu einlädt, die Wanderschuhe zu schnappen und hinaus in die Natur zu gehen. Gesagt, getan und ab in den Harz!
Mein Ausgangspunkt ist, wie eigentlich fast immer, der Parkplatz am Torfhaus, der zu früher Stunde noch kaum belegt ist. Den Massen der Wanderer, die später kommen, werde ich erst gegen Mittag oben auf dem Brocken begegnen.
Heute soll es einmal nicht den einfachen Weg zum Brocken und zurück gehen, dieses Mal möchte ich ein wenig weiter ausholen. Auf der Karte hat mich der Eckerstausee im Nordosten vom Torfhaus mit seiner Sichelform schon länger interessiert. Das ist also mein Ziel und der Brocken heute nur Nebenwerk.

Hinter dem Nationalpark-Besucherzentrum führt ein kleiner kurviger Pfad hinab, bis man auf die Forststraße trifft, der Richtung Eckerstausee führt und die Radau quert. Nicht lange danach zeigt der Wegweiser zum Eckerstausee in den Wald hinein und ich verlasse den Schotterweg. Der typische Waldweg mit vielen kleinen und großen Steinen und etlichen Baumwurzeln schlängelt sich in Richtung Norden durch den idyllischen Wald und man kann die Ruhe genießen. Über eine weitere Forststraße und erneut einen urigen, aber sehr gut zu begehenden Waldweg gelangt man nach rund 6 km an die Ecker, den Grenzbach zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Hier entscheide ich mich für den Pfad nach Norden entlang der Niedersächsischen Seite um den Eckerstausee im Uhrzeigersinn zu erwandern. In Richtung Süden führt der Weg zur Eckerquerung und folgend auf Sachsen-Anhaltinischer Seite entgegengesetzt um den Stausee. Linkerhand begleiten mich die ersten paar hundert Meter interessante Felsformationen (Bild 1), während zur Rechten die Ecker im tief eingeschnittenen Tal munter zum Stausee plätschert. Der erste Blick über den See folgt bald (Bild 2) und fortan geht es am Ufer entlang, bis nach ca. 9km die Staumauer erreicht ist (Bild 3). Direkt hinter dem Häuschen verlief damals die Innerdeutsche Grenze, ein alter Grenzpfahl zeugt noch davon.

Nach dem Verlassen der Staumauer steigt der Stausee Weg ganz langsam an und man sieht den Brocken schon in der Ferne. Kurz vor der Rangerstation Scharfenstein wechsle ich auf den Hirtenstieg, der schnurstracks über den Kleinen Brocken zum Brocken führt. Hier wird es nun richtig schweißtreibend. Das Unangenehme dabei ist nicht einmal der alte NVA-Fahrweg mit seinen großen Betonplatten, der sich über 4 Kilometer hinzieht. Die kontinuierliche Steigung von gefühlten 5% zeigt mir, dass auch die Mittelgebirge immer noch Gebirge sind und man Ausdauer braucht (Bild 4). Jedoch komme ich dem Brockengipfel mit jedem Schritt näher und wenn der Wind von Süden kommt, kann man die Menschen am Brocken schon hören.

Um kurz nach 12 Uhr begrüßt mich die Harzer Schmalspurbahn (Bild 5) mit einem Schnaufen für die letzten Meter bis zum Gipfelplateau. Wie erwartet tummeln sich Massen an Menschen überall zwischen den Gebäuden und der Gipfelstein ist heiß begehrt für Erinnerungsfotos. Deswegen ruhe ich heute nur wenig aus und mache mich schon bald auf den Rückweg. Entlang der Bahnlinie wandere ich hinunter und mache noch einen Schlenker nach Oderbrück, bis ich wieder am Torfhaus ankomme. Dort ist der Parkplatz nicht nur mit Autos gefüllt, auch Motorräder sind wieder einmal sehr zahlreich.

Insgesamt war es eine sehr schöne, aber auch überraschend schweißtreibende Wanderung über fast 32 Kilometer in knapp über 6 Stunden.

 

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