Erschöpfung am Sagerecksteig

An diesem Donnerstagmorgen bewahrheitete sich schon beim ersten Blick aus dem Fenster das angekündigte sonnige Wanderwetter. Da zum Wochenende hin Regen angesagt war, machte ich mich flugs auf den Weg zum Königssee, um wieder eines der ersten Schiffe zu erwischen. Die Überfahrt lang hatte ich mich in der hintersten Ecke zusammengekrümelt, um noch etwas Kraft zu tanken. In schönstem Sonnenschein gelangte das Schiff dann endlich an der Anlegestelle Salet an, ich schnappte mir meine Sachen und es ging los.

Das Ziel des Tages war der Sagerecksteig, der die Sagereckwand hinaufgeht und vorbei am Grünsee bis zum Funtensee führt. Dort wollte ich dann entscheiden, ob ich den selben Weg zurück oder über die Saugasse nach Bartholomä absteige.

Wanderweg am Sagerecksteig
Wanderweg am Sagerecksteig

Bevor es soweit war, führte mich mein Weg zuerst vorbei an der Saletalm und entlang des südlichen Ufers des Königssees über die Almwiesen. Die Almhütte im Blick, die Kühe rund um mich herum und die Sagereckwand direkt vor mir, wurde mir klar, dass das kein einfacher Spaziergang werden würde. Die Wand geht schon recht knackig bergan.
Nachdem ich die Alm hinter mir gelassen hatte, führt der kleine, ausgetretene Pfad in den Wald hinein und wurde zu einem typischen Wanderweg mit Steinen und Wurzeln auf dem Weg. Ab und an waren auch hölzerne Treppen eingebaut, um das Vorankommen etwas zu erleichtern. Dennoch blieb es steil.

Kaum dass ich im Wald war, merkte ich, dass mir die Schritte den Berg hoch rapide schwerer fielen. Meine Gedanken kreisten immer mehr darum, ob ich es ganz hoch schaffen würde oder nicht. Wenn man merkt, dass die Schritte schwerer werden, hat der Gedanke des Abbrechens idealen Nährboden vorliegen. Nach nicht einmal einer Stunde im Sagerecksteig fehlte mir die Kraft und der Willen, weiter einen Schritt nach dem anderen nach oben zu setzen. Die eingelegte Pause an einem sonnigen Fleckchen verschlimmerte das Ganze nur. Also stieg ich wieder hinunter.

Blick über den Obersee
Blick über den Obersee

Unten am See war ich dann schon arg enttäuscht und auch ein wenig frustriert, weil ich die Tour unbedingt schaffen wollte. Aber der Aufstieg tags zuvor am Kaunersteig bis zur Gotzenalm war dann einfach zu viel innerhalb von 24 Stunden, da war ich einfach nicht fit genug.
So machte ich das Beste daraus und spazierte gemütlich bis zum Obersee und genoß den Blick hinüber zur Fischunkelalm. In der Sonne sitzend beobachtete ich nicht nur die vielen Touristen, sondern fand auch ab udn an ein schönes, tierisches Fotomotiv.
Nach rund zwei Stunden am See in der Sonne begab ich mich zurück nach Salet und schipperte über den Königssee zurück. Der Tag war gelaufen.

 

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